Paare versichern sich gemeinsam

Der Bund fürs Leben wird aus Liebe geschlossen, ans Geld denken die wenigsten. Doch spätestens nach der Hochzeitsfeier sollten Paare überprüfen, welche Versicherungsverträge sie zusammenlegen können und welche zusätzlich sinnvoll wären. Doppelte Versicherungen sind häufig überflüssig.

Am 9. September erwartet deutsche Standesbeamte ein anstrengender Arbeitstag: Allein in der Hansestadt Hamburg werden am 09.09.09 voraussichtlich 91 Ehen geschlossen, rund doppelt so viele wie an einem gewöhnlichen Wochentag im Spätsommer. Verliebte und Verlobte, die sich eine Schnapszahl als Hochzeitsdatum wünschen, haben nur noch viermal die Chance dazu – 2013 ist damit Schluss. Die Hochzeitsvorbereitungen laufen mittlerweile schon auf Hochtouren: Eheringe kaufen, Einladungen schreiben und das passende Menü auswählen. Vor einer Hochzeit bleibt kaum Zeit, sich um Versicherungen zu kümmern.

Dennoch lohnt sich ein Blick in die Versicherungsverträge. „Frischgetraute Ehepaare sollten ihren Versicherungsschutz überprüfen, sie können Einiges sparen“, sagt Stefan Köhlbach von der AachenMünchener.

Doppelt hält nicht immer besser
In guten wie in schlechten Zeiten ist eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit wichtig. Vor allem wenn es in der Partnerschaft nur einen Hauptverdiener gibt, entstehen bei dessen Arbeitsunfähigkeit große finanzielle Probleme, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung abfedern kann. Ferner empfehlen die Experten der AachenMünchener eine Risikolebensversicherung: „Es ist die günstigste Möglichkeit, seine Hinterbliebenen finanziell abzusichern. Falls sich das Paar gegenseitig absichern will, kann der Vertrag auch auf zwei Leben abgeschlossen werden“, sagt Gerret Bäßler-Vogel, Experte der AachenMünchener. Auch eine Überprüfung der Altersvorsorge bietet sich bei dieser Gelegenheit an. Neben einem veränderten Bedarf, der Anpassungen erfordern kann, schafft vor allem der neue steuerliche Status des Ehepaars neue Optionen: Viele Fördermöglichkeiten und Freibeträge können nun ausgenutzt werden.

Frischvermählte sparen zudem bei ihren Haftpflicht- und Rechtsschutz-
versicherungen. Hatten bislang beide Partner einen Schutz, wird nach der Eheschließung eine der Policen überflüssig. Sowohl für Haftpflicht als auch für Rechtsschutzversicherungen gibt es Tarife für Paare und Familien, die günstiger sind als Versicherungen für Singles. So ist es etwa bei Haftpflichtversicherungen üblich, dass die ältere Versicherung bestehen bleibt und die neuere aufgehoben wird, sobald die Ehe standesamtlich geschlossen wurde. „Damit die fortlaufende Police an die neuen Lebensverhältnisse angepasst werden kann, sollte der Versicherungsnehmer seinen Versicherer darüber möglichst bald informieren“, so der Experte.

Sobald die Braut und der Bräutigam die gemeinsame Wohnung beziehen, bietet es sich an, auch die Hausratversicherungen zusammenzulegen. „Eine gemeinsame Hausratversicherung ist auch ohne Trauschein möglich: Es reicht, wenn das Paar zusammenwohnt“, so Köhlbach.

Eine Eheschließung bindet das Brautpaar nicht nur emotional enger aneinander, auch in finanzieller Hinsicht ergeben sich mit dem Bund fürs Leben Änderungen. Insgesamt sparen Paare mit gemeinsamen Versicherungen viel Geld, das sie auch anders gut verwenden können – schließlich befinden sie sich erst am Beginn der gemeinsamen Reise.

Die folgenden Regeln sollten Paare beachten:
  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist unverzichtbar. Sofern sie schon besteht, sollte die Police sofort nach Eheschließung aufgestockt werden.
  • Damit der Ehepartner im Ernstfall abgesichert ist, muss eine Risikolebensversicherung abgeschlossen werden.
  • Gekündigt werden darf immer nur die neuere Police.
  • Laut dem Versicherungsvertragsgesetz werden nach einer Hochzeit sogar bereits gezahlte Beiträge für die nächsten Monate zurückerstattet.
  • Die Eheschließung muss der Versicherung der fortlaufenden Police umgehend mitgeteilt werden.
  • Bei Namensänderung müssen alle Policen korrigiert werden.