Unwetterartige Gewitter – Was tun?

Manchmal ist ein Sommergewitter eine willkommene Abkühlung, oftmals die ersehnte Erlösung nach heißen, schwülen Tagen. Doch darf man die Gefahren nicht unterschätzen. Blitzeinschläge bedrohen nicht nur Leib und Leben, sie richten oft einen erheblichen Schaden an. Laut dem Informationszentrum der deutschen Versicherer schlagen so jedes Jahr rund 1,5 Millionen Blitze in Deutschland ein.

Was tun, bei Ankündigung eines Gewitters?
  • Parken Sie Ihr Auto, wenn möglich, in einer Garage. Stellen Sie es auf keinen Fall unmittelbar neben Häusern oder unter Bäumen ab, um Schäden am Auto durch herunterfallende Äste oder Dachziegel, die sich durch einen Blitzeinschlag gelöst haben, zu vermeiden.
  • Ziehen Sie die Stecker von Fernsehgeräten, Audio-Anlagen oder DVD-Playern.
Wenn das Gewitter tobt:
  • Halten Sie sich möglichst nicht im Freien auf, im Haus sind Sie am sichersten. Neubauten verfügen in der Regel über einen Blitzschutz. In Altbauten kann eine Blitzschutzanlage fehlen.
  • Nicht duschen, baden oder fernsehen, wenn kein Blitzschutz im Haus vorhanden ist.
  • Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, verlassen Sie Ihr Auto nur, wenn Sie keinen Schutz in einem Gebäude suchen können. Denn auch Autos leiten Blitze bei einem Einschlag ab.
  • Stellen Sie sich nicht unter Bäume. Auch die sprichwörtliche Buche schützt nicht vor Blitzeinschlag.
  • Im freien Gelände suchen Sie am besten einen niedrigen Punkt, wie eine Senke. Halten Sie sich nicht bei Masten, Metallzäunen oder Aussichtstürmen auf. Machen Sie sich klein, indem Sie etwa in die Hocke gehen.
  • Schwimmer sollten bei einem Sommergewitter das Wasser sofort verlassen.
Sollte dennoch ein Schaden entstanden sein:
  • Überprüfen Sie nach dem Gewitter umgehend das Haus oder die Wohnung auf Unwetterschäden.
  • Melden Sie Schäden am Auto umgehend dem Kaskoversicherer.
  • Wenn Schäden durch Gewitter am Gebäude entstanden sind, umgehend den Wohngebäudeversicherer in Kenntnis setzen.
  • Bei Schäden an beweglichen Gegenständen sofort den Hausratversicherer informieren.
  • Vermeiden Sie Folgeschäden. Bei einem Schaden an Ihrer Dachabdeckung etwa veranlassen Sie bitte sofort eine Notabdeckung durch einen Dachdecker, um dem Eindringen von Nässe vorzubeugen.
  • Befestigen oder entfernen Sie lose Teile.
  • Bewahren Sie zerstörte Gegenstände auf, da diese meist vom Gutachter der Versicherung gesichtet werden.
Um Schäden durch einen Blitzeinschlag vorzubeugen, raten wir Ihnen zur Installation einer Blitzschutzanlage. Auch Altbauten lassen sich hiermit nachrüsten. Aber auch wenn das Haus nicht direkt getroffen wird, sondern der Blitz in eine Überstromleitung einschlägt, können Überspannungsschäden entstehen. Diese können elektrische Geräte beschädigen oder sogar zerstören. Die Wohngebäude- oder Hausratversicherung ersetzt sie nur, wenn es vorher im Rahmen einer so genannten Elementargefahrendeckung vereinbart wurde. Hausbesitzer können aber vorsorgen: Neben Feinschutzgeräten kann ein ganzheitlicher Schutz in die Elektroinstallation eingebaut werden. Wichtig ist hier, dass Sie Ihren Überspannungsschutz nach einem Gewitter überprüfen, damit Sie auch für das nächste Unwetter gewappnet sind.

Gerade unwetterartige Gewitter stellen ein hohes Risiko für Photovoltaikanlagen dar. Privathaushalte, die auf die Energieerzeugung aus Solarkraft setzen, sollten ihre Anlage daher unbedingt mit einer speziellen Photovoltaik-Versicherung absichern. Blitzeinschlag führt hier zu kostspieligen Sachschäden durch Überspannung oder gar zur Betriebsunterbrechung der Photovoltaikanlage.