FAQ - Berufsunfähigkeitsversicherung
- Worin besteht der Unterschied zwischen der Erwerbsminderung und der Berufsunfähigkeit?
- Was kann man von der gesetzlichen Rentenversicherung bei Berufsunfähigkeit erwarten?
- Wann greift eine private Berufsunfähigkeitsversicherung?
- In welcher Höhe sollte die private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden?
- Was passiert, wenn man arbeitslos wird und seine Versicherungsbeiträge nicht mehr zahlen kann?
- Bis zu welchem Alter sollte der Vertrag der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung laufen?
- Wie wirkt sich das Alter bei Vertragsabschluss auf die Höhe der Prämie aus?
- Sollte man eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Kombiprodukt mit einer Rentenversicherung oder Risikolebensversicherung abschließen oder als Einzelvertrag?
- Sollte man eine Beitragsdynamik in den Vertrag einbauen?
- Wie sieht die Gesundheitsprüfung bei Abschluss des Vertrages aus?
- Was passiert, wenn man den Beruf wechselt oder ein riskantes Hobby ergreift?
- Was bedeutet der Verzicht auf die „abstrakte Verweisung“?
- Was ist unter dem Prognose-Zeitraum zu verstehen?
- Ab wann erhält man Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung?
- Was passiert, wenn ein Versicherter seine Berufsunfähigkeit bei der Versicherung meldet?
- Wie sieht die Prüfung aus, wenn man einen Antrag auf Berufsunfähigkeitsleistungen stellt?
- Wie lange erhält man Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung?
- Was passiert mit den Überschüssen, die die Versicherung erwirtschaftet – werden Versicherte daran beteiligt?
- Woran erkennt man eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung?
- Wo kann man sich über gute Versicherer informieren?
Worin besteht der Unterschied zwischen der Erwerbsminderung und der Berufsunfähigkeit?
Ein Versicherter gilt als berufsunfähig, wenn er seinem Beruf aus gesundheitlichen Gründen entweder gar nicht mehr oder nur noch über weniger als die Hälfte der üblichen Stundenzahl nachgehen kann. Er ist jedoch immer noch in der Lage, andere, weniger belastende Tätigkeiten zu übernehmen.
Erwerbsminderung liegt hingegen erst dann vor, wenn er aufgrund seines Gesundheitszustandes weniger als drei Stunden eine Tätigkeit ausüben kann. Oft ist dann gar keine Tätigkeit mehr möglich.
Was kann man von der gesetzlichen Rentenversicherung bei Berufsunfähigkeit erwarten?
Ein Versicherter erhält nur dann die volle gesetzliche Erwerbsminderungsrente – ca. 38 Prozent seines Nettoeinkommens –, wenn er aus gesundheitlichen Gründen nur noch weniger als drei Stunden täglich irgendeiner Tätigkeit nachgehen kann. Sofern er jedoch weiterhin in der Lage ist, täglich mindestens drei, aber weniger als sechs Stunden zu arbeiten, erhält er lediglich die Hälfte der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente – ca. 19 Prozent seines Nettoeinkommens. Wer trotz gesundheitlicher Einschränkungen noch mehr als sechs Stunden täglich arbeiten kann, bekommt gar nichts.
Noch schlechter dran sind die nach dem 1.1.1961 Geborenen. Sie können nämlich auf andere, ggf. auch geringer qualifizierte und schlechter bezahlte Jobs verwiesen werden, wenn sie ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen. Diese Regelung verringert ihre Chancen erheblich, in den Genuss einer gesetzlichen Erwerbsminderungsrente zu kommen. Zudem ist das Anerkennungsverfahren rigide: Häufig werden Anträge selbst in Härtefällen abgelehnt.
Wann greift eine private Berufsunfähigkeitsversicherung?
Sobald die Arbeitsfähigkeit in seinem zuletzt ausgeübten Beruf mindestens um 50 Prozent eingeschränkt ist, erhält der Versicherte die volle Berufsunfähigkeitsleistung.
In welcher Höhe sollte die private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden?
Damit der Versicherte bei Berufsunfähigkeit seinen Lebensstandard nicht aufgeben muss, sollte die Vorsorge inklusive Berufsunfähigkeitsrente im Zweifel so hoch ausfallen wie das letzte Nettoeinkommen. Steigert sich das Gehalt des Versicherten im Laufe der Zeit, lässt sich die Versicherungssumme entsprechend anpassen. Verbraucherverbände empfehlen Durchschnittsverdienern, eine Berufsunfähigkeitsrente in Höhe von monatlich 750 Euro abzuschließen.
Was passiert, wenn man arbeitslos wird und seine Versicherungsbeiträge nicht mehr zahlen kann?
Bei guten Anbietern wie der AachenMünchener kann der Versicherte seine Beiträge unter Beibehaltung des vollen Versicherungsschutzes zinslos stunden lassen. Das heißt, er kann für die Dauer seiner Arbeitslosigkeit für einen gewissen Zeitraum mit der Zahlung aussetzen. Voraussetzung ist jedoch, dass er zuvor mindestens ein Jahr lang Beiträge entrichtet hat. Dieses Angebot gilt in Kombination mit vielen Altersvorsorge-Produkten. Neben Arbeitslosen profitieren von dieser Regelung auch von der Bundesagentur für Arbeit geförderte Umschüler, Bezieher von Kurzarbeitergeld sowie Wehr- und Zivildienstleistende.
Bis zu welchem Alter sollte der Vertrag der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung laufen?
Da die Leistungspflicht mit dem Ablauf der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung endet, sollte deren Leistung fortlaufen, bis man seine gesetzliche Altersrente bekommt.
Wie wirkt sich das Alter bei Vertragsabschluss auf die Höhe der Prämie aus?
Die Höhe der Versicherungsprämie orientiert sich an dem ausgeübten Beruf, dem Gesundheitszustand, der Versicherungsdauer, der Rentenhöhe, dem Geschlecht und dem Alter. Je früher man eine Berufsunfähigkeitsversicherung
abschließt, desto günstiger ist sie. Das empfiehlt sogar FINANZtest.
Sollte man eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Kombiprodukt mit einer Rentenversicherung oder Risikolebensversicherung abschließen oder als Einzelvertrag?
Wer sich nicht nur vor den finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit schützen, sondern auch etwas für seine private Altersvorsorge tun oder seine Familie absichern möchte, ist mit einem Kombiprodukt (der sog. Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung) gut beraten. Ein weiterer Vorteil: Im Falle einer Berufsunfähigkeit zahlt der Versicherer nicht nur die Berufsunfähigkeits-
rente, sondern übernimmt auch die zukünftigen Beitragszahlungen für den kombinierten Renten- oder Risikolebensversicherungsvertrag.
Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Versicherungsberater. Er wird Ihnen eine Variante empfehlen, die für Sie am besten geeignet ist.
Sollte man eine Beitragsdynamik in den Vertrag einbauen?
Bei einer Vertragslaufzeit über Jahrzehnte macht sich die Inflation bemerkbar. Was heute zehn Euro wert ist, kostet in 20 Jahren vielleicht dreimal so viel. Das bedeutet, die vereinbarte Rente, mit der man jetzt gut leben könnte, wird beim möglichen Eintritt einer späteren Berufsunfähigkeit weniger wert sein als gedacht. Diesem Problem kann ein Dynamikplan vorbeugen. Hier ist die Inflation bereits einberechnet und die Beiträge werden so angepasst, dass sich die zu erwartende Berufsunfähigkeitsrente entsprechend erhöht.
Wie sieht die Gesundheitsprüfung bei Abschluss des Vertrages aus?
Wie hoch ist das Risiko, dass Sie berufsunfähig werden? Darüber will sich die Versicherung ein Bild machen. Sie erkundigt sich deshalb nach Ihrem Gesundheitszustand. Gute Gesellschaften wie die AachenMünchener fragen dabei nur einen Zeitraum von fünf Jahren ab. Die Fragen beziehen sich beispielsweise auf zurückliegende Krankenhausaufenthalte, Arztbesuche, Erkrankungen und Unfälle. Sind bereits Vorerkrankungen aufgetreten, hat der Versicherer etwa
das Recht, die Ärzte des Antragstellers zu befragen. Aber auch größere gesundheitliche Einschränkungen bedeuten nicht zwangsläufig, dass der Antragsteller sich nicht versichern kann. In einem solchen Fall kann er oft einen Risikozuschlag vereinbaren oder die betreffende Krankheit vom Vertragsinhalt ausschließen.
Was passiert, wenn man den Beruf wechselt oder ein riskantes Hobby ergreift?
Für alle, die bereits versichert sind, ändert sich dann gar nichts.
Was bedeutet der Verzicht auf die „abstrakte Verweisung“?
Verzichtet die Versicherung auf die „abstrakte Verweisung“, darf sie den Versicherten nicht auf eine seiner Lebensstellung, Erfahrung und Ausbildung entsprechenden Tätigkeit verweisen. Beispiel: Wird ein Gerüstbauer berufsunfähig, kann die Versicherung nicht von ihm verlangen, etwa in einer Telefonzentrale weiterzuarbeiten. Die Berufsunfähigkeitsrente wird gezahlt, wenn er seinem zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr nachgehen kann. Eine gute Versicherung verzichtet auf die „abstrakte Verweisung".
Was ist unter dem Prognose-Zeitraum zu verstehen?
Dieser Begriff bezeichnet die voraussichtliche Dauer der Berufsunfähigkeit.
Ab wann erhält man Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Bei den Versicherern mit Top-Bedingungen wird geleistet, wenn die Berufsunfähigkeit voraussichtlich sechs Monate andauern wird. Oder es stellt sich im Nachhinein heraus, dass sie sechs Monate gedauert hat. Gezahlt wird vom ersten Tag beziehungsweise rückwirkend ab Beginn.
Was passiert, wenn ein Versicherter seine Berufsunfähigkeit bei der Versicherung meldet?
Wer seinen Versicherungsfall gemeldet hat, bekommt einen Fragebogen. Dieser beinhaltet eine detaillierte Tätigkeitsbeschreibung mit körperlichen und geistigen Anforderungen des Jobs, Arbeitsdauer und notwendigen Reisen. Außerdem muss gewichtet werden, welcher Anteil durch die Krankheit nicht mehr erfüllt werden kann. Einzureichen sind auch Verdienst oder Steuerbescheide und Atteste des Facharztes. Generell treffen renommierte Versicherer wie die AachenMünchener vier Wochen, nachdem alle erforderlichen Unterlagen eingegangen sind, eine Entscheidung über den Leistungsantrag. Die Leistungen werden dann rückwirkend ab Beginn der Berufsunfähigkeit gezahlt.
Wie sieht die Prüfung aus, wenn man einen Antrag auf Berufsunfähigkeitsleistungen stellt?
Der Versicherte muss seinen Arzt mit einer Erklärung von der Schweigepflicht entbinden, damit die Versicherung die erforderlichen Informationen anfordern kann. Der Mediziner schildert dann anhand eines Fragebogens das Krankheitsbild.
Wie lange erhält man Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Sofern ersichtlich ist, dass man bald wieder arbeiten kann, leistet der Versicherer für eine befristete Dauer. Ansonsten zahlt er die Berufsunfähigkeitsrente bis zum Ende der vereinbarten Dauer. Man sollte daher die Dauer an sein gesetzliches Rentenalter anpassen. Etwa alle zwei Jahre findet eine Nachprüfung statt, in der untersucht wird, ob eine Berufsunfähigkeit weiter vorliegt.
Was passiert mit den Überschüssen, die die Versicherung erwirtschaftet – werden Versicherte daran beteiligt?
Die Überschussanteile werden in der Regel sofort auf den vereinbarten Beitrag angerechnet. Das bedeutet, der Versicherte zahlt nicht den festgelegten Bruttobeitrag, sondern weniger. Tatsächlich zu zahlen sind Nettoprämien. Sie berechnen sich aus dem Bruttobeitrag abzüglich der anteiligen Überschüsse. Sie können also je nach Überschuss-Situation schwanken.
Woran erkennt man eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung?
Gute Versicherer verzichten bei allen Berufen auf eine „abstrakte Verweisung“. Eine Anpassungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung sollte im Vertrag ebenfalls nicht fehlen. Setzen Sie auf große Versicherungsunternehmen wie die AachenMünchener, die über ausreichend finanzielle Rücklagen verfügen.
Wo kann man sich über gute Versicherer informieren?
Testergebnisse von unabhängigen Ratings wie MORGEN & MORGEN und der Zeitschrift FINANZtest bieten eine gute Orientierung für qualitativ hochwertige Produkte.


