Aachener Dialog 2005

Hochkarätige Gäste diskutieren beim Aachener Dialog über die Zukunft Europas



Vor 400 Gästen hat die AachenMünchener fünf Journalisten mit ihrem Medienpreis ausgezeichnet. Ausgelobt wird der Medienpreis zur Förderung von Journalisten, die sich konstruktiv und kritisch mit der Lebensversicherung und allen Bereichen der privaten Vorsorge befassen. Im Anschluss diskutierten hochkarätige Gäste über die Zukunftsperspektiven Europas. Mit dem Bundesminister des Inneren, Otto Schily, dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion Wolfgang Schäuble und dem ehemaligen Wirtschaftsweisen und Wirtschaftsprofessor Herbert Hax begrüßte der Vorstandsvorsitzende der AachenMünchener, Michael Westkamp, prominente Gäste aus Politik und Wissenschaft. Sie diskutierten bei der traditionsreichen Veranstaltung „Aachener Dialog“ über die Chancen für Deutschland in Europa.

Jury ehrt Preisträger
Die Medienpreis-Jury zeichnete in diesem Jahr fünf Journalisten aus, drei von ihnen als Team. Rita Lansch schreibt für die Wirtschaftstageszeitung „Handelsblatt“ und befasst sich seit mehr als 20 Jahren in zahllosen Beiträgen mit Themen aus der Versicherungswirtschaft. Ihre Artikel über die Versicherungswirtschaft füllen mehr als 18 Aktenordner. Karl-Werner Horn ist Ressortleiter Vorsorge der Zeitschrift „impulse“. Er wird für seine leserfreundliche Darstellung komplexer Sachverhalte aus der Altersvorsorge ausgezeichnet. Das Team der Zeitschrift „Focus“ - Melanie Contoli, Mathias Kowalski und Frank Thewes - erhielt den Medienpreis für Beiträge des vergangenen Jahres, die durch eine Mischung von gründlicher Recherche, didaktischer Klarheit und unter Beachtung der politischen Hintergrundsituation alle Facetten der Altersvorsorge aufgriffen.



(v. li. n. r.:) Jurymitglied Michael Jungblut, Preisträger Frank Thewes, Melanie Contoli, Mathias Kowalski, Rita Lansch-Beier, Vorsitzender der Jury Prof. Dieter Farny, Preisträger Karl-Werner Horn, Michael Westkamp


Europa – Chance oder Risiko ?
Im Anschluss an die Preisverleihung diskutierte mit Otto Schily, Wolfgang Schäuble und Herbert Hax eine hochkarätig besetzte Expertenrunde die Zukunftsperspektiven Europas aus wirtschaftlichen und politischen Blickwinkeln. Das Vorstandsmitglied der AachenMünchener, Manfred Schell, moderierte die Gesprächsrunde und stellte den Gästen Fragen zu den für die Wirtschaft und die Bürger zu erwartenden Vorteilen der Unionserweiterung. Auch die Skepsis in der Bevölkerung angesichts großer innenpolitischer Probleme war Thema der Runde. Innenminister Otto Schily betonte, dass die Furcht vor einer Immigrations-Welle unbegründet sei und sich bei den bislang erfolgten EU-Beitritten nicht bewahrheitet habe. Die institutionelle Zusammenarbeit müsse stark verbessert und gemeinsame Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die Entwicklung freier Märkte förderten.

Herbert Hax sah in der Erschließung neuer Märkte die einzige Chance für die deutsche Wirtschaft, verlorenes Terrain wieder aufzuholen, wobei für ihn der Grund für die Flaute der Binnenkonjunktur in Deutschland in erster Linie die hohe Arbeitslosigkeit ist. Für die schwierigen Übergangsprozesse auf dem Weg in einen sich weiter vergrößernden Wirtschaftsraum sei die deutsche Wirtschaft nicht gut gerüstet. Hier gebe es erheblichen Handlungsbedarf. Nur so seien die Vorteile eines großen Wirtschaftsraumes nutzbar.











Wolfgang Schäuble: "Ein größeres Europa ist die beste Chance für die Menschen des 21. Jahrhunderts."

Wolfgang Schäuble mahnte an, dass die EU-Erweiterung in der öffentlichen Meinung als Sündenbock etwa für steigende Kriminalitätsraten herhalten müsse und warnte davor, Ursachen für innenpolitische Probleme in der Europa-Erweiterung zu suchen. Er kritisierte, dass die Vereinheitlichung Europas zu stark in den Vordergrund gestellt werde und forderte, die Verschiedenartigkeit der Länder zu akzeptieren. Es müsse sorgfältig geprüft werden, welche Zuständigkeiten auf europäische Gremien übertragen werden könnten. Als aktuelles Beispiel für diese kritische Betrachtung des europäischen Vereinheitlichungsprozesses nannte er die Einführung des Europäischen Haftbefehls, der das derzeitige Auslieferungssystem ersetzen soll.

Strukturumbruch ist unumgänglich
Die Teilnehmer waren sich einig, dass Europa wirtschaftlich eine große Chance für Deutschland und die anderen Mitgliedstaaten darstellt. Einstimmig bekannte man sich zur Notwendigkeit eines Strukturumbruches in Europa.