UNFALLVERSICHERUNG Sicher durch die Gegend flitzen Das Sommerwetter lockt Kinder hinaus auf die Spielplätze und Radwege. Vor allem für Ungeübte kann das Fahrradfahren aber schnell gefährlich werden. Ein verkehrssicheres Fahrzeug und ein Helm schützen. Sollte dennoch etwas passieren, hilft eine Unfallversicherung bei der Bewältigung der finanziellen Folgen. Für die Kleinen ist es stets ein großer Moment: Sie bekommen ihr erstes Fahrrad. Doch wenn Kinder Kurvenfahren üben oder Hügel hinabradeln, sollten die Eltern sie besser nicht aus den Augen lassen. Sie verfügen noch nicht über die motorischen Fähigkeiten und Erfahrungen von Erwachsenen und stürzen deshalb häufiger. Vor allem wenn die kleinen Radfahrer den Spielplatz verlassen, Gehwege unsicher machen oder gar eine Straße überqueren, droht Gefahr. Auch größere Kinder sind in der Begleitung ihrer Eltern sicherer auf dem Drahtesel unterwegs. „Kinder sollten frühestens ab der vierten Klasse allein Fahrrad fahren“, sagt Rolf Dockhorn, Experte der AachenMünchener. „Dann findet in den Schulen auch Verkehrserziehung und die Fahrradprüfung statt.“ Robustes Rad und Schützer Der Schutz der Kinder fängt schon vor der ersten Spritztour an: beim Fahrradkauf. Dort sollten Eltern auf Qualität setzen, denn ein Kinderrad muss viele wilde Fahrten und auch Stürze überstehen (siehe Kasten). Beim Fachhändler gibt es Beratung und meist auch Garantie auf das Fahrzeug. Bei gebrauchten Rädern sollten Eltern genau untersuchen, ob das Rad noch sicher ist, und im Zweifel einen Experten befragen. Übrigens genügen von Anfang an zwei Räder. „Verzichten Sie auf Stützräder“, rät der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club. „Sie sind gefährlich (Abkippen an der Bordsteinkante) und helfen wenig.“ Besser ist, den Gleichgewichtssinn der Kinder früh zu trainieren. Schon Zweijährige können mit einem Laufrad ohne Pedale fahren – und zum Teil erstaunlich schnell werden. „Eltern sollten ihren Kindern auch beim Laufradfahren einen Helm aufsetzen. Dann sind sie von Anfang an sicher unterwegs und an den Kopfschutz gewöhnt“, rät Dockhorn. Ein Helm schützt bei kleineren Zusammenstößen oder Unfällen, auch bei Touren mit dem Skateboard oder Inlineskates. Gerade bei diesen fallen die Kinder besonders oft. Empfehlenswert sind zusätzlich Handgelenk-, Ellenbogen- und Knieschoner. Hilfe im Notfall Trotz aller Schutzmaßnahmen kann immer ein Unfall passieren. Auch für diesen Fall sollten Eltern gerüstet sein. Die gesetzliche Unfallversicherung greift bei Kindergarten- und Schulkindern nicht in der Freizeit. Wenn der Nachwuchs zu Hause betreut wird, ist er überhaupt nicht abgesichert. „Mit einer privaten Unfallpolice können Eltern eine Lücke schließen“, sagt Dockhorn. „Im Ernstfall hilft das Geld von der Versicherung den Eltern – etwa wenn das Kind über eine längere Zeit zu Hause betreut werden muss.“ Wer mit einer Unfallversicherung vorgesorgt hat, kann sich im schlimmsten Fall zumindest vor den finanziellen Folgen schützen. Tipps für den Kauf - Achten Sie auf das GS-Zeichen. Es steht für geprüfte Sicherheit der verarbeiteten Teile. Fahrräder müssen verkehrssicher sein. - Das Rad darf keine scharfen Kanten oder rutschigen Pedale aufweisen. Die Bremsen müssen einwandfrei funktionieren, auch schon bei leichtem Druck. - Kaufen Sie kein zu großes Rad. Der Händler kann Sattelhöhe und Lenkerneigung individuell einstellen. Sicher Fahren - Lassen Sie Ihr Kind nie ohne Helm fahren. Vorbild Eltern: Auch Vater und Mutter sollten immer einen Helm aufsetzen! - Ihr Kind sollte die Beleuchtung bereits bei Dämmerung einschalten. Am besten sind ein Standlichtsystem und helle Kleidung. - Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nichts an den Lenker hängt. Auch ein Ball auf dem Gepäckträger kann gefährlich werden. - Überprüfen Sie regelmäßig Reifendruck und Sattelhöhe.