VERKEHRSRECHT IM AUSLAND Jedes Land hat seine Regeln In Schweden leuchten auch tagsüber die Scheinwerfer, und in der Schweiz gilt auf Landstraßen maximal Tempo 80: Wer mit dem Auto im Ausland unterwegs ist, sollte sich an die lokalen Vorschriften halten. Bei Verstößen reagieren Polizisten oft strenger als hierzulande. Sicher ist sicher, denkt sich der deutsche Autofahrer und holt vor dem Urlaub den Benzinkanister aus dem Keller. Will er allerdings nach Südeuropa reisen, sollte er das gute Stück besser zu Hause lassen: Das Mitführen von Kraftstoff in Reservekanistern ist in Griechenland oder Italien verboten. Lautet das Ferienziel Schweden oder Dänemark, heißt es auch tagsüber: Licht an! Und wer in Großbritannien oder Irland rechts fährt, wird zum Geisterfahrer. In diesen Ländern sowie in Australien oder Südafrika herrscht Linksverkehr. Reisende, die mit dem Auto ins Ausland fahren, sollten sich zuvor gründlich über die nationalen Verkehrsregeln informieren. Auf jeden Fall gehört der Europäische Unfallbericht ins Handschuhfach. „Diesen müssen die am Unfall beteiligten Personen ausfüllen“, so Michael Bokemüller von der AachenMünchener. Das Formular finden die Kunden der AachenMünchener auf der Internetseite zum Herunterladen (www.amv.de). Vorbereitung ist alles Eine fehlende Warnweste kann in Österreich zum kostspieligen Problem werden. Das auffällige Kleidungsstück muss griffbereit im Auto liegen und außerhalb von Ortschaften im Falle einer Panne oder eines Unfalls unbedingt angezogen werden. Kann ein Fahrer keine Weste vorweisen oder vergisst, sie im Notfall anzuziehen, sind bis zu 2.180 Euro Strafe fällig. Eine fehlende Vignette, der Beleg für gezahlte Autobahnmaut, kostet mindestens 120 Euro. In Großbritannien erwarten mitteleuropäische Urlauber zudem viele gelbe Linien am Straßenrand. In diesen Bereichen ist das Parken verboten. Wer das Geld für ein Hotelzimmer sparen und stattdessen im Auto schlafen möchte, macht sich nicht nur im Vereinigten Königreich strafbar, sondern auch in Griechenland, Portugal und Spanien. Dort ist das Übernachten auf Straßen und Parkplätzen verboten. Fuß vom Gas Am wenigsten können deutsche Fahrer wohl das ausländische Tempolimit verschmerzen. Für geschlossene Ortschaften ändert sich jenseits der Grenzen so gut wie nichts, doch auf den Landstraßen sieht es schon anders aus. Tempo 80 sollte man etwa in Norwegen oder der Schweiz nicht überschreiten, in Frankreich oder Italien sind immerhin 90 Stundenkilometer erlaubt. Auf den Autobahnen gelten ebenfalls überall Limits. 130 Stundenkilometer sind in Frankreich oder Dänemark das Maximum, in den Niederlanden, der Schweiz oder Spanien ist maximal Tempo 120 gestattet. Mit 90 Kilometern pro Stunde fahren die Norweger noch langsamer, Bleifüße sollten sich also zusammenreißen. Und stets daran denken, dass so mehr Zeit bleibt, die Landschaft zu genießen.